Biokleidung für Babys und Kinder

Schneller, billiger, schlechter – auch die Modewelt folgt den Prinzipien der Globalisierung. Wegwerfmode und Fast Fashion sind Erscheinungen unserer Zeit. Meist für wenige Euro zu haben, halten die Klamotten kaum länger als eine Saison. Dagegen hat sich ein Bewusstsein für ökologische Kleidung entwickelt. Wichtigstes Kriterium ist der Wunsch, gesunde, giftfreie und umweltverträgliche Produkte zu erwerben. Bio-Mode zu kaufen heißt aber auch, Zusammenhänge zu erkennen. Nämlich die zwischen den Arbeits- und Lebensbedingungen der Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter in Afrika und Asien und den hiesigen niedrigen Preisen. Das Wort „Schnäppchen“ hat inzwischen einen ambivalenten Charakter, den Preis zahlen nämlich andere.

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In einer fernen Zeit vor Bio

„When I wake up in the morning light“, sang das One-Hit-Wonder David Dundas in den 1970er-Jahren, „I pull on my jeans and I feel alright“. Den wenigsten dürfte bewusst gewesen sein, dass es sich bei dem Song „Jeans on“ ursprünglich um die Werbung einer Textilmarke handelte. So leicht war es, sich gut zu fühlen. Indem man einfach eine Jeans anzog. Niemand dachte zu jener Zeit an Produktionsbedingungen. Im Gegenteil, die ersten Shops der heute old-fashioned wirkenden Bekleidungsketten in den Einkaufszonen wurden freudig frequentiert, ersparten sie einem doch die stiseligen Stücke aus den zwei oder drei bekannten großen Kaufhäusern. Portobello Market war weit, Online-Handel und Internet gab es noch nicht. „Ökologie“ und „Bio“ als Begriffe lagen noch in den Geburtswehen.

Bio Kleidung – die gesunde Alternative für die Kleinsten

Inzwischen hat sich vieles verändert, Naturmode liegt mittlerweile im Trend. Doch was für Erwachsene recht ist, sollte für Kinder billig sein. Denn gerade für junge Menschen und Kleinkinder sind natürliche Textilien genauso wichtig wie andere gesunde Lebensbedingungen. Bio Babykleidung und Bio Kinderkleidung sind deshalb die richtige Alternative zu synthetischen Fasern, zu Gentechnik und zur Hochrüstung der Fasern mit Chemie. Für Eltern, die sich für ihre Kinder und besonders für Babys gesunde Kleidung wünschen, stehen giftfreie Materialien in hautverträglicher Kleidung aus nachhaltiger Herstellung in allen Farben und Formen zur Verfügung: T-Shirts, Kleider und Hosen, Schuhe, Baby-Strampler und -Bodys, -Wickelbodys, schön, bequem und modisch.

Wie wird Bio gemacht?

Bio-Baumwolle beispielsweise wird nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erzeugt und verarbeitet. Die Anwendung von giftigen Pestiziden und Düngemitteln ist dabei untersagt, auch gentechnisch veränderte Pflanzen dürfen nicht verwendet werden. Andere Textilrohstoffe in Bioqualität sind Bio-Hanf und Bio-Leinen. Auch Schafswolle und Seide gibt es in Bioqualität. Die Begriffe „Öko“, „Bio“ und „aus kontrolliert biologischem Anbau“ (kbA) sind zudem rechtlich geschützt. Das heißt, sie dürfen nur verwendet werden, wenn die Herstellungsbedingungen den rechtlichen Auflagen entsprechen. Gerade für Kleinbauern in ärmeren Ländern bietet der Anbau von Bio-Baumwolle deshalb viele Vorteile.

Ein langer Weg: Bio trifft Business

Bio war anfangs – zugegeben – einfach Luxus. Bio Kleidung und Naturmode waren eine winzige Nische auf dem Textilmarkt, die wenigen Unternehmen mit ökologischer Kleidung verdienstvolle Pioniere. Der ganz eigene Look – an Jute erinnernd, mit sackförmigen, figurfernen Schnitten, hartem Leder, selbstgesponnener Wolle und wenig vertrauenerweckenden Farben – wurde ebenso wie die Assoziation an Freaks und Räucherstäbchen in Kauf genommen. Und zwar von denen, die sich diese Mode leisten konnten. Denn Bio Kleidung war extrem teuer. In der noch kleinen Branche war andererseits das Bemühen erkennbar, auch andere Käuferschichten zu erreichen. Die ersten Bio-Business-Modelle – Anzüge, Hemden, Blusen und Röcke – kamen auf den Markt. Doch noch heute ist Bio teurer als konventionell produzierte Textilware – warum?

Planet Future: eine bessere Zukunft für alle

Naturmode beginnt nicht im Geschäft, sondern beim Erzeuger und bei den Rohstoffen. Im Global Village leben heißt ja gerade, im Laufe der Zeit immer enger zusammenrücken. Mehr und mehr dringen die Produktionsbedingungen in Afrika und Asien ins Bewusstsein der westlichen Industriegesellschaften. Dokumentarfilme, Fabrikkatastrophen, Berichte über skandalöse Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben westlicher Kleidungsunternehmen schrecken die westliche Kundschaft auf. Die Textilerzeugung ist wegen ihres hohen Wasserbedarfs tendenziell umweltschädlich. Weltweit gehört diese Industriebranche zu den drittgrößten Umweltverschmutzern. Weiter in Zahlen ausgedrückt: Es werden in jedem Jahr drei Billionen Kleidungsstücke hergestellt. Die Hälfte des Materials besteht aus Baumwolle, aus Bio-Baumwolle wiederum nur ein Prozent.

Umdenken lohnt sich

Sicher würden die meisten Menschen dem sofort zustimmen: Der hohe Lebensstandard hierzulande darf nicht auf Kosten der Erzeugerländer im Ausland gehen. Doch wie lässt sich ein Umdenken bewirken? Ökologische Mode sorgt zumindest mit dafür, dass auch in den oft ärmeren Ökonomien der Produzenten Arbeitsgesetze gelten, Tariflöhne gezahlt werden und Sicherheit am Arbeitsplatz herrscht. Im Unterschied zu extrem teuren Designerklamotten ist der höhere Preis bei ökologischen Textilien der Garant dafür, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Damit das Geld nicht in falsche Hände gerät, sollte Bio zertifiziert sein. Zunehmend wurden Kriterien für die Auszeichnung von ökologischer Kleidung entwickelt: das Label Fair Trade und die Clean Clothes Campaign (CCC), die Kampagne für saubere Kleidung, Fair Wear oder Foundation Ethical Trade. Damit wächst das Verständnis: Denn mit dem Kauf von ökologischer Kleidung lässt sich politisch etwas bewirken.

Hessnatur – die Pioniere

Hessnatur gehört zu den Pionieren der Branche. Früh öffnete sich das Unternehmensgründer-Ehepaar Heinz und Dorothea Hess in seiner Angebotspalette an Naturkleidung auch dem Bereich der Bio Kinderkleidung. In fast jedem Katalog erhielt sie eine eigene Abteilung. Schön fotografiert, in gut designtem Layout und farbenfroh. Im Anhangteil eines jeden Kataloges präsentierte Heinz Hess jeweils „seine“ erfolgreichen Fairtrade-Projekte, gewissermaßen avant la lettre. Regelmäßig gibt es auch tolle Angebote bei Hessnatur, von denen auch Familien mit Kindern profitieren.

C & A – weltweit größter Anbieter von Bio Cotton

Das Traditionsunternehmen C&A, 1841 von Clemens und August Brenninkmeijer gegründet, führt seit mehr als einem Jahrzehnt Bio-Baumwolle und war im Jahr 2016 größter Anbieter von Bio-Baumwolle weltweit. Im Programm hat C&A eine spezielle Baby-Kollektion aus Bio-Baumwolle und verzichtet auf höhere Preise bei den Bio-Cotton-Produkten. Zusätzlich findet man bei entsprechenden Deal Plattformen auch regelmäßig  Angebote von C&A.

Tausenkind – ökologische Kleidung online

Das Start-up Tausendkind wurde im November 2010 als Online-Handel für Kindermode gegründet und hat in seinem Sortiment ein breites Angebot an Bio Kinderkleidung und Bio Babykleidung verschiedener Marken und Hersteller. Einen Überblick von Angebote von tausendkind findet ihr hier.

Waschbär – fair und gesund mit minibär

Das Unternehmen Waschbär gehört zur Triaz Group, einem inhaltlich begründeten Firmenverbund mit ethischer Ausrichtung auf soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung. Die hauseigene Produktpalette „minibär“ umfasst neben Bio Baby- und Kinderkleidung auch Möbel, Pflegeprodukte, Spielzeug und andere Einrichtungsgegenstände für Kinder und gehört sicherlich im Bereich der Baby Biokleidung zur größten überhaupt.

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