Häufig gestellte Fragen – FAQ

  • Vegetarische Ernährung für mein Kind – was sind kritische Nährstoffe und worauf muss ich achten?
  • Wie lange darf Selbstgekochtes tiefgekühlt werden?
  • Reicht zur Aufbewahrung von Selbstgekochtem ein 3-Sterne-Fach aus? Muss schockgefroren werden?
  • Wie beuge ich einer Listerien-Infektion vor? Darf ich Rohmilchprodukte essen?
  • Sushi in der Schwangerschaft?
  • Was ist ein Allergietagebuch? Wann ist es notwendig und wofür?
  • Ist Fencheltee krebserregend und wenn ja, ab welcher Dosis?
  • Muss ich bei Neurodermitis gesondert vorbeugen?
  • Was ist Toxoplasmose und worauf muss ich während der Schwangerschaft achten?

 

Vegetarische Ernährung für mein Kind – was sind kritische Nährstoffe und worauf muss ich achten?

Wenn Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren wollen, also ohne Fleisch, aber mit Milch und Fisch, müssen Sie sorgfältig auf die Deckung des Eisenbedarfs achten. Zu den eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln zählen vor allem Vollkorngetreide wie Hafer- und Hirseflocken, Hülsenfrüchte und Gemüse (Rote Bete und Spinat). Pflanzliches Eisen ist für den menschlichen Organismus schwerer zu verwerten als tierisches. Vitamin C verbessert die Verwertung von Eisen. Ergänzen Sie deshalb die Mahlzeiten Ihres Kindes mit Vitamin-C-reichem Obst oder Gemüse, z. B. mit Äpfeln oder Birnen. Der Ernährungsplan ist auch bei einer vegetarischen Ernährung empfehlenswert. Ersetzen Sie den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei durch einen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei. Möchten Sie Fertigbreie aus dem Handel nehmen, dann sollten auch diese Produkte Vitamin C enthalten. Sonst fügen Sie dem Brei etwa 2-3 Esslöffel Vitamin-C-reichen Saft (z. B. Apfelsaft) oder Obstpüree hinzu. Milch und Milchprodukte sind in fleischlosen Breien, mit Ausnahme des Milch-Getreide-Breis, nicht erwünscht. Sie verschlechtern die Eisenaufnahme. Auch Jod, Zink, Vitamin D, Vitamin B 12 und Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Nährstoffe, die vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommen. Als Vegetarierin müssen Sie besonders darauf achten, dass Sie diese Nährstoffe z. B. in Form von Milchprodukten oder hochwertigen Fetten in ausreichender Menge zu sich nehmen. Dies gilt natürlich in noch viel stärkerem Maße für eine vegetarische Ernährung Ihres Kindes. Lassen Sie sich am besten von einem Ernährungsexperten beraten, damit Sie nichts falsch machen und Ihrem Kind alles geben, was es braucht!

Wie lange darf Selbstgekochtes tiefgekühlt werden?

Selbstgekochte Nahrung können Sie ohne weiteres 3-12 Monate im Tiefkühlfach aufbewahren, die Dauer der Haltbarkeit ist abhängig von Fettgehalt der Nahrung, da das zugegebene Fett ranzig werden kann.

Reicht zur Aufbewahrung von Selbstgekochtem ein 3-Sterne-Fach aus? Muss schockgefroren werden?

Sofern Ihr Gefrierfach eine Temperatur von -18°C aufweist, reicht dies aus. Das Einfrieren verzögert den Verderb der Lebensmittel, indem das Wachstum von Mikroorganismen verhindert und die für den Verderb von Lebensmitteln verantwortliche Enzymaktivität verlangsamt werden. Das in den Nahrungsmitteln enthaltene Wasser gefriert zu Eiskristallen und ist den Mikroorganismen, die Wasser für ihr Wachstum benötigen, unzugänglich. Allerdings überleben Mikroorganismen (Parasiten ausgenommen) das Einfrieren. Behandeln Sie Lebensmittel sowohl vor dem Einfrieren als auch nach dem Auftauen sorgfältig: Waschen Sie die Behälter gründlich und mit sehr heißem Wasser ab, um evtl. vorhandene Mikroorganismen auf ein Minimum zu reduzieren. Füllen Sie den Brei am besten noch sehr heiß ab. Lassen Sie ihn erst etwas abkühlen und stellen Sie nicht zu viele Behälter auf einmal in Ihr Gefrierfach. So wird die Temperatur im Gefrierfach besser gehalten und die Nahrung friert schneller ein.

Wie beuge ich einer Listerien-Infektion vor? Darf ich Rohmilchprodukte essen?

Listerien sind Bakterien, mit denen rohe tierische Lebensmittel kontaminiert sein können, also Produkte aus nicht pasteurisierter Milch und rohem Fleisch. Während eine Listerieninfektion bei Erwachsenen oft unbemerkt verläuft, kann sie für den Fötus lebensbedrohend sein.

Ursache für Listerienbefall von Lebensmitteln ist fast immer mangelnde Hygiene, z. B. beim Melken und beim Schlachten, in der Käserei, in der eigenen Küche. Auch Lebensmittel aus pasteurisierter Milch können nachträglich wiederbefallen werden – zumal Listerien sich im Kühlschrank durchaus wohlfühlen.

Ein erhöhtes Risiko besteht für angeschnittene Wurstwaren, rohes Fleisch (besonders rohes Hackfleisch), Rohmilchprodukte, Weichkäse allgemein, Räucherfisch, Meeresfrüchte und ungewaschenen Salat. Meiden Sie also diese Produkte und lagern Sie Frischwurst nicht allzu lang.

Achten Sie ein wenig auf die Hygiene in der Küche:

  • Händewaschen nach dem Umgang mit rohen Lebensmitteln – nach Toilettenbesuch, Kontakt mit Geld und Tieren ja sowieso; nur saubere Handtücher benutzen (ggf. häufiger wechseln)
  • Messer und Schneidbretter sorgfältig reinigen
  • rohe und verzehrfertige Lebensmittel getrennt halten, getrennte Arbeitsflächen nutzen
  • Tiefkühlkost in der Mikrowelle rasch auftauen
  • Speisen gut durcherhitzen (besonders in der Mikrowelle darauf achten)
  • Zubereitete Speisen und frische Lebensmittel rasch verbrauchen (Wurstaufschnitt, Käse)
  • Salat gründlich waschen, bei allen Käsen die Rinde abschneiden

In der Milch-Verordnung ist geregelt, dass alle aus Rohmilch hergestellten Erzeugnisse die Angabe „aus Rohmilch“ tragen müssen (Milch-Verordnung, Anlage 8 § 2.2). Diese Angabe steht entweder direkt auf dem Erzeugnis (also auf dem Käse), auf der Umhüllung oder auf der Verpackung. An der Käsetheke gibt das Personal Auskunft. Bei Erzeugnissen aus dem Ausland können andere Regelungen gelten. Rohmilchkäse aus Frankreich wird beispielsweise mit „au lait cru“ gekennzeichnet. Da Listerien ein feuchtes Milieu lieben, ist das Infektionsrisiko bei Hartkäse übrigens um einiges geringer als bei Weichkäse.

Sushi in der Schwangerschaft?

Aus Vorsorgegründen wird Schwangeren empfohlen, auf Sushi zu verzichten. Doch das Risiko einer Lebensmittelvergiftung ist relativ gering. Falls Sie in den Folgetagen, nach einer Sushi-Mahlzeit, wider Erwarten Symptome einer Lebensmittelvergiftung (z. B. Durchfall) oder grippeähnliche Symptome beobachten, sollten Sie aber sofort Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Was ist ein Allergietagebuch? Wann ist es notwendig und wofür?

Ein Allergietagebuch ist sinnvoll bei Kindern, deren Eltern oder Geschwister eine Allergie haben. Das Tagebuch ist notwendig, wenn Sie Unverträglichkeitsreaktionen bei Ihrem Kind beobachten. Diese können sich durch rote Flecken, Ekzeme oder Hautjucken bemerkbar machen. Schreiben Sie auf, wann Sie Ihrem Kind welche Nahrungsmittel gegeben haben und machen Sie sich zusätzliche Notizen, wenn Sie ein anderes Waschpulver, Weichspüler oder Körperpflegemittel verwendet haben.

Ist Fencheltee krebserregend und wenn ja, ab welcher Dosis?

Estragol und Methyleugenol sind zwei ätherische Öle, die beide in bestimmten Gewürzen und in Kräutertees vorkommen. Zu den Gewürzen gehören Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras sowie Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte. Letztere sind Teezutaten in Aufgussgetränken, die gegen Blähungen helfen. Die Öle zeigten in mehreren Versuchsreihen bei Tieren krebsauslösende und erbgutverändernde Effekte. Für diese Wirkungen gibt es jedoch keinen festen Wert, keinen so genannten Schwellenwert.

Wie groß das Risiko für Verbraucher ist, die regelmäßig estragol- oder methyleugenolhaltige Lebensmittel verzehren, kann nicht abgeschätzt werden. Untersuchungen, die eine konkrete Gesundheitsgefährdung beim Menschen belegen, liegen bisher nicht vor.

Aus Vorsorgegründen empfiehlt das BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, jetzt BfR Bundesinstitut für Risikobewertung) dem Verbraucher, den dauerhaften und regelmäßigen Verzehr der genannten Gewürze und Kräutertees, der über den gelegentlichen Einsatz in der Küchenpraxis hinausgeht, einzuschränken. Zur arzneilichen Verwendung von Fenchel- und Anistee empfiehlt die BfR, die Tees, die Kinder häufig gegen Blähungen erhalten, nicht über längere Zeiträume (mehrere Wochen), nicht in extremen Mengen (literweise) und möglichst im Wechsel mit anderen Tees zu geben.

Was ist Toxoplasmose und worauf muss ich während der Schwangerschaft achten?

Toxoplasmose ist eine Krankheit, die durch Einzeller, den Toxoplasmen, hervorgerufen wird. Gefährlich in der Schwangerschaft ist jedoch nur die Erstinfektion. Waren Sie bereits einmal infiziert, besitzt Ihr Körper Antikörper und es besteht keine Gefahr.

Der Hauptwirt dieser Parasiten ist die Katze und damit auch die häufigste Infektionsquelle. Besitzen Sie eine Katze, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bereits Antikörper gebildet haben, relativ hoch. Der von Katzen ausgeschiedene Kot kann jedoch auch Gemüse, Salat und Obst im Garten oder auf dem Feld verunreinigen und von Schlachttieren aufgenommen werden.

Abhängig vom Zeitpunkt der Erstinfektion kann das Kind anscheinend gesund zur Welt kommen und erst nach Jahren erkranken (verschiedene Symptome). Bei einer frühen Infektion der Mutter (im ersten Drittel der Schwangerschaft) sind Fehl- oder Totgeburten möglich. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Vorbeugende Maßnahmen:

 

  • Lassen Sie von Ihrem Arzt einen Bluttest durchführen, um eine Infektion zu erkennen.
  • Waschen Sie sich immer die Hände, besonders nach der Verarbeitung von rohem Fleisch oder tragen Sie gleich Handschuhe.
  • Verzehren Sie keine rohen oder geräucherten Fleisch- und Fischwaren
  • Waschen Sie Obst und Gemüse – besonders Kopfsalat aus dem Freilandanbau – vor dem Verzehr gründlich
  • Meiden Sie Katzen. Es sei denn, die Katze lebt nur im Haus und wird ausschließlich mit Konserven oder gekochtem Fleisch ernährt. Sprechen Sie mit dem Tierarzt über eine vorsorgliche Behandlung Ihrer Katze.
  • Bitten Sie ggf. Ihre Familienmitglieder bzw. Freunde, während der Schwangerschaft die Reinigung des Katzenklos zu übernehmen.
  • Erledigen Sie Gartenarbeit nur mit Handschuhen, um nicht mit verstecktem Katzenkot in Berührung zu geraten.
2017-09-02T19:43:32+00:00 September 2nd, 2017|Ernährung|0 Comments